Steckerarten im analogen Audiobereich der Veranstaltungstechnik – What the Plug?!

Steckerarten im analogen Audiobereich der VeranstaltungstechnikSteckerarten im analogen Audiobereich der Veranstaltungstechnik

In dieser Artikelserie stellen wir euch die grundlegenden Steckerarten der Veranstaltungstechnik vor. In diesem Artikel schauen wir uns analoge Audioverbindungen an. So wisst ihr auf der Produktion immer sofort welcher Steckertyp für welche Anwendung geeignet ist und was ihr beachten müsst. Das ganze gibt es hier auch als Video.

Was ist XLR ?

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Starten wir mit der wohl bekanntesten und verbreitesten Steckverbindung: XLR ist Industriestandard geworden und wird genutzt für Übertragungen von analogen Mikrofon- und Lautsprechersignalen. Aber auch digitale AES/EBU-Audio und DMX-Steuersignale werden über Leitungen mit XLR- Steckverbindung übertragen.

Ein bisschen Unnützes Wissen am Rand für den Technikertalk am FOH: Selten wird der Stecker auch „Cannon-Stecker“ genannt. Der Name kommt vom Gründer der Cannon Electric Company und Ersthersteller, James Cannon.

Die XLR Steckverbindungen gibt es von mehreren Herstellern. Die Bauform ist genormt, somit sind alle Hersteller zueinander kompatibel. In der Tontechnik sind 3-polige Steckverbinder die Regel, sie gibt es aber auch mit bis zu 7 Polen. Großer Vorteil: Die Steckverbindungen haben eine Verriegelung und lassen sich so nicht ungewollt trennen.

In der Audiotechnik ist zusätzlich durch die Audio Engineering Society – kurz AES – eine einheitliche Kontaktbelegung festgelegt.

Was ist Klinke ?

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Kommen wir als nächstes zur Klinken Steckverbindung. Schon Jimi Hendrix nutze diesen Art von Stecker, um bei Konzerten seine Gitarre mit dem Verstärker zu verbinden. Auch die Klinke ist in der Audiotechnik weit verbreitet. Häufig finden wir Klinkenverbindungen bei elektronischen Musikinstrumenten, wie E-Gitarren oder Effektgeräten.

Sie gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Größen.
Die Größe beschreibt den Durchmesser: Gängig sind die als „kleine Klinke“ bekannte Größe von 3,5mm. Zum Beispiel als Standardverbindung des Kopfhöreranschlusses. Die „große Klinke“ hat 6,35mm. Sie wird meist bei Instrumenten oder Effektgeräten zum Anschluss ans Mischpult verwendet.

Bei der Ausführung der Klinke gibt es unterschiedliche Varianten. Grundsätzlich setzt sich die Klinke aus der Spitze und dem Schaft, im englischen Tip und Sleeve, zusammen. Werden mehr Kontaktpole benötigt, werden sogenannte Ringe eingefügt.

Hier sind die drei gängigsten Varianten einmal aufgeführt:

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TS (Tip Sleeve)

Links die einfachste Variante aus Spitze und Schaft. Aus dem Englischen für Tip und Sleeve, kommt die Zusatzbezeichnung „TS“. Diese Klinke kann für asymmetrische Mono Signale verwendet werden.

TRS (Tip Ring Sleeve)

Für eine symmetrische Einkanalübertragung oder ein Stereosignal benötigen wir einen weiteren Pol. Dazu wird ein sogenannter Ring eingefügt. Wie hier in der Mitte abgebildet. Jetzt haben wir eine Kontaktfläche mehr und können entsprechend ein Stereosignal oder eine symmetrische Übertragung realisieren. Die Zusatzbezeichnung setzt sich jetzt aus Tip, Ring und Sleeve zusammen: TRS

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Verkabelung von Effektgeräten und Mischpulten. Durch den zusätzlichen Kontakt ist es möglich, nur ein Kabel für Hin- und Rückweg zu nutzen. Das Effektgerät wird dann mit einem Kabel in den Signalweg im Mischpult insertiert.

TRRS (Tip Ring Ring Sleeve)

Die dritte Variante verfügt über einen zweiten zusätzlichen Ring: Die TRRS Klinke. Meist wird hier die Möglichkeit genutzt, um einen Zusatzkanal zu realisieren. Beispiel wäre ein Headset. Das Mikrofon wird dann als Rückweg über den zusätzlichen Pol zurückgeführt.

Was ist ein XLR/Klinke Kombistecker?

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Was ist die Kombination aus einer XLR und Klinkenbuchse? Diese Kombibuchse!

Zwar keine neue Steckverbindung, aber doch kurz erwähnenswert. Diese Buchse findet sich meist an Geräten wie Mischpulten, DJ Controllern oder Interfaces, wo wenig Platz für zwei separate Buchsen zur Verfügung steht. Hier kann sowohl ein XLR Stecker, aber auch eine 6,35mm Klinke eingesteckt werden. Die Klinke ist dann hauptsächlich TRS – also Tip, Ring und Sleeve – ausgeführt, um -wie bei XLR- eine symmetrische Übertragung umsetzen zu können.

Was ist Cinch / RCA?

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Oft werden die Cinch Verbindungen im HiFi und im DJ Bereich genutzt. Im Englischen wird sie als RCA bezeichnet. In der Audiotechnik werden diese Stecker für Niederfrequenzsignale genutzt. Zum Beispiel als Verkabelung zwischen Plattenspielern und Mischpulten, oder bei modernen DJs die Verkabelung zu den Medienplayern, sei es CD oder Filebasiert. Da die Steckverbindungen immer nur 2 polig sind, ist hier nur eine asymmetrische Übertragung möglich. Und für jeden weiteren Kanal ist eine separate Leitung nötig.

Was ist SpeakOn?

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Als Quasi Standard für Lautsprecherverkabelung hat sich diese Steckverbindung weltweit etabliert: Speakon der Liechtensteiner Firma Neutrik.

Die Speakon Steckverbinder haben gegenüber XLR einige Vorteile: Sie besitzen größere Kontaktflächen und einen Berührungsschutz der Kontakte. So kann über diese Steckverbindung auch problemlos eine höhere Leistung geführt werden, was gerade bei großen PA-Aufbauten hilfreich ist. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die höhere Anzahl der Kontakte, womit es möglich ist, z.b. ein Satelliten- Subwoofer-System über eine Leitung vom Verstärker aus zu versorgen.

Die Speakon Steckverbinder sind als zwei, vier und achtpolige Variante verfügbar.

Was ist ein Multistecker?

was-ist-HiCon-Stecker

Zum Schluss widmen wir uns noch kurz dem Multistecker. In Zeiten der digitalen Audioübertragung wird es wohl immer seltener zwischen Bühne und FOH verwendet.

Jedoch die „letzte Meile“ zwischen digitaler Stagebox und z.B. Drumriser wird hiermit noch gerne realisiert. Multistecker fassen viele Leitungen zusammen. So muss nur ein Kabel und eine Steckverbindung gekoppelt werden. Gerade bei schnellen Changeovern sehr komfortabel. Auch versehentliches Verstecken ist bei dieser Art von Steckverbindung ausgeschlossen.

Auf dem Bild ist ein Multistecker der Firma Hicon aus inklusive der Anschlusspeitsche abgebildet. Je nach Ausführung gibt es dann diverse Anschlusstypen wie Klinke oder XLR. Neben der Anschlusspeitsche, also der Aufsplittung der Kabel, kann das Breakout auch über eine Box realisiert werden. Das ist z.B. auf einem besagten Riser sinnvoll. Hier werden die Mikrofone vom Schlagzeug beim Aufbau fertig verkabelt und gepatcht.

Beim Umbau muss das Multicore nur noch mit einer Steckverbindung angeschlossen werden. Je nach Anforderungen werden die Kabel und Kontaktanzahl festgelegt. Ein weltweiter Standard existiert hier nicht. Auch eigene Lösungen gibt es in einigen Veranstaltungsbetrieben.

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