Rigport Watchdog – Präzises Powermonitoring System für die Veranstaltungstechnik

Das Rigport Watchdog System befindet sich in einem 19" Gehäuse | Foto: stage223Das Rigport Watchdog System befindet sich in einem 19" Gehäuse | Foto: stage223
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In der Veranstaltungstechnik ist nicht nur kreatives Lichtdesign und präziser Ton entscheidend – auch die zuverlässige Stromversorgung spielt eine zentrale Rolle. Die Zeiten, in denen Stromverteilungen stumm vor sich hin arbeiteten, gehören mit dem Rigport Watchdog System der Vergangenheit an. Dieses modulare, auf Raspberry Pi 5 basierende System bringt Monitoring, Analyse und Steuerung auf ein neues Niveau – und das mit einem klaren Fokus auf mobile Produktionen, Festivals und komplexe Event-Setups.

Überblick: Was ist das Rigport Watchdog System?

Das Rigport Watchdog System ist ein vernetztes Monitoring-Tool zur Stromüberwachung in der Veranstaltungstechnik. Es ermöglicht, alle relevanten elektrischen Daten zentral zu erfassen, zu visualisieren und – bei Bedarf – entsprechende Alarme oder Steuerbefehle auszugeben.

Herzstück des Systems ist ein Raspberry Pi 5, der mit einem speziell entwickelten Docker-Image läuft. Dieses Image enthält neben dem Rigport-eigenen Webinterface auch Komponenten wie MQTT-Broker, Node-RED, eine InfluxDBsowie eine vollständige Instanz zur Visualisierung.

Dabei ist das System nicht auf bestimmte Hersteller begrenzt: Über MQTT können Shelly-Geräte, Modbus-Zähler oder andere smarte Sensoren eingebunden werden. Auch eine Anbindung an Home Assistant oder externe Steuerpulte ist möglich – das System ist modular, offen und zukunftssicher.

Praxisbeispiel: Was misst das System konkret?

In einem typischen Setup auf einer Veranstaltung erfasst das System:
Stromaufnahme (Ampere) pro Phase
Netzspannung (Volt)
Frequenz (Hz)
Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lasten (optionale Sensoren)
Energieverbrauch über definierte Zeiträume (kWh)
Status einzelner Shelly-Geräte (An/Aus, Leistung)

Die Daten werden live erfasst und sind über das integrierte Webinterface abrufbar – lokal oder per Fernzugriff, je nach Konfiguration. Auch der Zugriff via Tablet oder Smartphone ist problemlos möglich.

Messung einer 16A CEE- Leitung mit Rigport | Foto: stage223
Messung einer 16A CEE- Leitung mit Rigport | Foto: stage223

Visualisierung im Dashboard – Strom wird sichtbar

Die eigentliche Stärke des Systems liegt in der grafischen Auswertung. Über die Grafana-Integration lassen sich hochdetaillierte Dashboards erstellen, die nicht nur aktuelle Werte anzeigen, sondern auch Trends über Stunden oder Tage hinweg dokumentieren.

So können Techniker live nachvollziehen, wann Lastspitzen auftreten, ob alle Phasen sauber ausgelastet sind oder ob es zu plötzlichen Spannungseinbrüchen kommt. Besonders hilfreich: Einzelne Phasen oder Geräte lassen sich farblich hervorheben oder mit Grenzwerten versehen.

Grenzwerte, Alarme und Benutzerverwaltung – alles im Griff

Ein herausragendes Merkmal des Rigport Watchdog Systems ist die Möglichkeit, individuelle Grenzwerte pro Messpunkt zu definieren. Das bedeutet: Für jeden einzelnen Stromkreis – etwa Bühne links, DJ-Bereich oder Foodcourt – können Ober- und Untergrenzen für Stromstärke, Spannung oder Frequenz angegeben werden. Wird einer dieser Werte über- oder unterschritten, reagiert das System sofort.

Das Feedback erfolgt visuell im Dashboard, zusätzlich kann aber auch ein Alarm per E-Mail oder Messenger wie Telegram ausgelöst werden. Gerade für Produktionen ohne durchgängige Technikbesetzung ist das ein unschätzbarer Vorteil: So lassen sich Fehlerquellen frühzeitig erkennen, bevor sie zu einem kompletten Stromausfall führen.

Es gibt von Rigport diverse Verteiler mit integriertem Watchdog | Foto: stage223
Es gibt von Rigport diverse Verteiler mit integriertem Watchdog | Foto: stage223

Darüber hinaus erlaubt die Plattform eine klare Benutzerverwaltung. Projektleiter, Techniker oder externe Dienstleister können mit unterschiedlichen Rechten ausgestattet werden. Damit lässt sich sicherstellen, dass sensible Einstellungen nicht versehentlich geändert werden – ein wichtiges Detail für größere Setups mit vielen beteiligten Parteien.

Wie füge ich ein Shelly-Gerät hinzu? Schritt-für-Schritt erklärt

Ein häufig genutztes Szenario ist die Einbindung eines Shelly Plug S oder Shelly Pro 4PM zur Messung einzelner Lasten. Das Vorgehen ist denkbar einfach:

1. Shelly-Gerät mit WLAN verbinden

Das Gerät wird per App oder Webinterface ins vorhandene WLAN eingebunden.

2. MQTT aktivieren

Im Shelly-Interface wird unter „Internet & Security“ der MQTT-Modus aktiviert. Hier trägt man folgende Punkte ein:

  • IP des Rigport Watchdog Systems (MQTT-Server)
  • Port (1883)
  • Benutzername und Passwort ein (wie im Watchdog definiert)

MQTT Topic festlegen

Das Topic wird frei gewählt, z. B. shelly/stromkreis01. Dieser Name taucht später im Rigport-Webinterface und im Dashboard auf.

Verbindung testen

Im Rigport-System erscheint das neue Topic automatisch. Innerhalb weniger Sekunden lassen sich erste Datenwerte wie Spannung oder Leistung abrufen.

Diese Integration funktioniert ohne zusätzliche Cloud-Dienste, bleibt lokal und ist sehr performant.

Ein Watchdog für 16A Leitungen von Rigport | Foto: stage223
Ein Watchdog für 16A Leitungen von Rigport | Foto: stage223

Erweiterbarkeit durch Drittgeräte und Sensoren

Auch wenn das Rigport Watchdog System in seiner Grundausstattung bereits viel bietet, überzeugt es vor allem durch seine Offenheit gegenüber Zusatzgeräten. Neben Shelly-Komponenten lassen sich auch Geräte wie Sonoff-Schalter, Tuya-Sensoren, Modbus-Zähler oder Zigbee-basierte Sensorik einbinden. Die Voraussetzung ist meist nur die MQTT-Fähigkeit.

So lassen sich etwa Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren, Türkontakte, Leistungsmesser für Einzelgeräte oder sogar einfache Bewegungsmelder ins System holen. Diese Vielfalt erlaubt auch die Überwachung von Technikräumen, FOH-Tischen oder externen Stromaggregaten – Bereiche, die sonst oft „unsichtbar“ bleiben.

Lastmessungen sind ebenfalls über Rigport Watchdog möglich | Foto: stage223
Lastmessungen sind ebenfalls über Rigport Watchdog möglich | Foto: stage223

Best-Practice: Beispielhafte Anwendung auf einer Festivalbühne

Stellen wir uns ein typisches Szenario vor: eine Festivalbühne mit Frontlicht, Backlight, PA, LED-Wänden und zusätzlichem DJ-Setup. Das Rigport Watchdog System wird hier wie folgt eingesetzt:

  • Hauptverteilung FOH: Dreiphasige Strommessung mit Alarmfunktion bei Phasenungleichgewicht oder Spannungsabfall.
  • Sidefills & LED-Wände: Eigene Shelly-Messgeräte, die direkt in Echtzeit Daten liefern – etwa zum Monitoring während Umbauten.
  • Catering-Bereich: Separate Messstelle mit Temperaturüberwachung der Kühlgeräte über MQTT.
  • Technikzentrale: Dashboard mit Großbildschirm zeigt live alle Messpunkte und meldet im Falle eines kritischen Werts sofort visuell und akustisch.

Diese Konfiguration ist so mit wenigen Komponenten realisierbar, bietet aber eine enorme Übersicht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Stromverteilungen ohne Monitoring können so frühzeitig kritische Lasten umverteilt oder defekte Geräte ausgetauscht werden.

Updatefähig und zukunftssicher – keine Einbahnstraße

Die Systemarchitektur des Rigport Watchdog ist bewusst auf Langlebigkeit ausgelegt. Updates können jederzeit über das Webinterface eingespielt werden – sei es für das Betriebssystem, die MQTT-Struktur oder zusätzliche Visualisierungselemente. Auch zukünftige Shelly-Modelle oder Protokolländerungen lassen sich durch Konfigurationsupdates integrieren.

Ein weiterer Vorteil: Die Konfigurationen können exportiert und als Projektdateien gespeichert werden. Damit lässt sich ein einmal aufgebautes Setup problemlos auf andere Veranstaltungen übertragen oder nach einem Hardwaretausch neu einspielen – ohne jede Einstellung erneut manuell vornehmen zu müssen.

Fazit: Monitoring auf einem neuen Level

Das Rigport Watchdog System ist weit mehr als ein nettes Tool für Nerds – es ist ein professionelles, ausgereiftes Werkzeug, das die Realität auf Veranstaltungen widerspiegelt: Strom ist nicht statisch, Strom ist dynamisch. Und genau diese Dynamik wird mit dem Watchdog sichtbar gemacht.

Wer regelmäßig größere Produktionen betreut, wer Sicherheit und Effizienz steigern will oder wer einfach seine Infrastruktur besser verstehen möchte, findet im Rigport Watchdog einen Partner, der flexibel, offen und praxisnah arbeitet.

Die Integration mit MQTT, die Visualisierung mit Grafana, die Kompatibilität mit handelsüblichen Komponenten und die starke Community-Unterstützung machen das System zu einem echten Must-have – nicht nur für Nerds, sondern für alle, die mit Strom professionell arbeiten.

Mehr Informationen zum System gibt es auf der Rigport- Website.