Cameo OTOS LC12 und L16: Zwei Moving Bars für professionelle Bühnen

Die Cameo OTOS LC12 | Foto: stage223.com Die Cameo OTOS LC12 | Foto: stage223.com
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Mit den Cameo OTOS LC12 und L16 erweitert Cameo seine OTOS-Serie um zwei professionelle Moving Bars, die weit mehr können als klassische LED-Bars. Beide Modelle kombinieren RGBL-LEDs mit motorisierten Bewegungen, umfangreicher Pixelsteuerung und einem integrierten FX-Strip. Dazu kommen robuste Magnesiumgehäuse mit IP65-Schutzart, wodurch sich die Geräte auch für Outdoor-Produktionen eignen. Besonders interessant ist die Integration in die bestehende OTOS-Familie.

Die beiden Bars nutzen dieselbe FX-Engine wie die OTOS Wash Moving Heads der W-Serie. Dadurch lassen sich unterschiedliche Scheinwerfertypen miteinander kombinieren und einheitliche Lichteffekte über die gesamte Bühne erzeugen. Während die LC12 auf zwölf einzeln bewegliche Köpfe setzt, verfolgt die L16 mit ihrer linearen Optik und zwei unabhängigen Zoom-Segmenten ein anderes Konzept. Doch welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für das Lichtdesign?

Cameo OTOS LC12: Zwölf bewegliche Köpfe für dynamische Lichteffekte

Die Cameo OTOS LC12 besitzt zwölf einzeln steuerbare 50-Watt-RGBL-LEDs und erreicht einen Lichtoutput von 6.700 Lumen. Durch die zusätzliche Lime-LED erweitert sich die Farbmischung. Der Farbtemperaturbereich reicht von 1.800 bis 10.000 Kelvin, während der CRI bei über 85 liegt. Das Besondere sind die zwölf beweglichen Köpfe. Jeder verfügt über einen eigenen Zoom von 3,3° bis 40,5° und einen Tilt-Bereich von 206° (±103°). Damit lassen sich nicht nur enge Beams und breite Lichtflächen erzeugen, sondern auch komplexe Bewegungseffekte. Gerade an Bühnenkanten eröffnet das interessante Möglichkeiten.

Werden mehrere LC12 nebeneinander positioniert, können die einzelnen Köpfe zeitversetzt bewegt werden. So entstehen fließende Lichtwellen, Lauflichter oder dynamische Linien über die gesamte Bühnenbreite.

Pixel Mapping und individuelle Bewegungssteuerung

Auch bei der DMX-Steuerung bietet die Cameo OTOS LC12 zahlreiche Möglichkeiten. Im Single Head Extended Mode stehen bis zu 324 DMX-Kanäle zur Verfügung. Neben der normalen Tilt-Steuerung gibt es dabei einen zusätzlichen Fine-Kanal für besonders präzise Bewegungen. Bereits im 126-Kanal-Modus lassen sich einzelne Pixel und Bewegungen individuell ansteuern. Kleinere DMX-Modi sowie ein Standalone-Betrieb stehen ebenfalls zur Verfügung. Mit 31,5 kg gehört die LC12 allerdings zu den schwereren Moving Bars. Für den Transport liefert Cameo deshalb ein Tilt Lock Cover mit. Die Transportsicherung fixiert die beweglichen Köpfe und verhindert unkontrollierte Bewegungen während des Transports.

Die Cameo OTOS LC12 mit der Transportsicherung | Foto: stage223.com
Die Cameo OTOS LC12 mit der Transportsicherung | Foto: stage223.com

Cameo OTOS L16: 9.000 Lumen und zwei unabhängige Zoom-Segmente

Die Cameo OTOS L16 setzt auf 16 RGBL-LEDs mit jeweils 50 Watt und liefert einen Lichtoutput von 9.000 Lumen. Im Gegensatz zur LC12 besitzt sie keine einzeln beweglichen Köpfe, sondern eine durchgehende lineare Optik. Die 16 Linsen sind in zwei unabhängig steuerbare Zoom-Segmente mit jeweils acht Linsen aufgeteilt.

Der Zoombereich reicht von etwa 4,6° bis 37°. Dadurch lassen sich beide Seiten unterschiedlich einstellen und verschiedene Lichtbilder innerhalb einer Bar erzeugen. Bei engem Zoom entstehen präzise Beams, die besonders in Verbindung mit Nebel zur Geltung kommen. Mit geöffnetem Zoom lassen sich dagegen breite Wash-Effekte realisieren. Der motorisierte Tilt-Bereich beträgt 208° (±104°). Zusätzlich verfügt die Cameo OTOS L16 über einen integrierten FX-Strip, der sich pixelgenau ansteuern lässt.

Full Pixel Mode für komplexe Lichteffekte

Für die Pixelsteuerung steht unter anderem ein 183-Kanal-Modus mit Full Pixel Control zur Verfügung. Damit können einzelne Pixel sowie der FX-Strip gezielt in das Lichtdesign eingebunden werden. Gerade bei mehreren Bars lassen sich dadurch symmetrische Muster, durchgehende Lauflichter oder komplexe Pixel-Mapping-Effekte erzeugen. Mit 25,8 kg ist die L16 trotz ihrer höheren Lichtleistung leichter als die LC12. Mehrere integrierte Griffe erleichtern das Handling, wobei sich das Gewicht besonders beim Positionieren mit zwei Personen besser bewältigen lässt.

Die Cameo OTOS L16 | Foto: stage223.com
Die Cameo OTOS L16 | Foto: stage223.com

Optionales Zubehör: Vier Filter für die Cameo OTOS L16

Für die Cameo OTOS L16 bietet Cameo vier optionale Filter an, mit denen sich die Optik und Lichtverteilung verändern lassen. Der Dark Filter kaschiert die Linsen und sorgt dafür, dass sich die Bar unauffälliger in das Bühnenbild integrieren lässt. Hinzu kommen ein asymmetrischer Filter, ein 120° Circular Filter und der Diamond Filter, der eine besonders markante Optik erzeugt. Die Montage erfolgt werkzeuglos. Dazu wird der jeweilige Filter seitlich eingeschoben und anschließend mit zwei Sicherungsstiften arretiert. Bei der Cameo OTOS LC12 stehen diese Filter nicht zur Verfügung, da hier die zwölf einzeln beweglichen Linsen im Mittelpunkt stehen.

Für die OTOS L16 von Cameo gibt es verschiedene Filteraufsätze | Foto: stage223.com
Für die OTOS L16 von Cameo gibt es verschiedene Filteraufsätze | Foto: stage223.com

Steuerung: DMX, Art-Net und Dual Input

Beide Cameo Moving Bars unterstützen DMX512, Art-Net, sACN, RDM, W-DMX und CRMX. Damit lassen sich die Geräte in unterschiedliche professionelle Lichtsteuerungen integrieren. Besonders interessant ist die Dual-Input-Funktion. Sie ermöglicht es, Pixelsteuerung und Bewegungen über zwei unterschiedliche Systeme anzusprechen. So können beispielsweise die Pixel über Art-Net mit einer Matrix-Steuerung programmiert werden, während ein Avolites-Lichtpult die Bewegungen per DMX übernimmt. Dadurch lassen sich beide Aufgaben voneinander trennen. Auch das Menü bietet einige praktische Funktionen. Neben DMX-Adresse, Netzwerk- und Wireless-Einstellungen stehen verschiedene Dimmerkurven zur Verfügung. Unter Systeminfo lässt sich außerdem die DMX-Kanalbelegung direkt am Gerät abrufen. Das erspart die Suche nach dem passenden Kanal im Handbuch. Über Quicklight können die einzelnen Funktionen direkt getestet werden.

Anschlüsse und Montage: Durchdacht für den Bühnenalltag

Die Cameo OTOS LC12 und L16 besitzen IP65-zertifizierte Magnesiumgehäuse und eignen sich damit auch für Outdoor-Produktionen. Anschlüsse und Display befinden sich auf einer Geräteseite. Dadurch bleibt die Front optisch aufgeräumt, ohne störende Anzeigen oder sichtbare Kabelanschlüsse. Zur Ausstattung gehören fünfpolige DMX-Ein- und Ausgänge, Netzwerkanschlüsse sowie Power In und Power Out mit TRUE1-Verbindern. Damit lassen sich mehrere Geräte miteinander verbinden.

Ein praktisches Detail ist das Verbindungssystem für mehrere Bars. Über seitlich ausfahrbare Pins können die Geräte dicht nebeneinander ausgerichtet werden. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich die passenden Aufnahmen. So entsteht eine nahezu durchgehende Lichtlinie. Gerade bei mehreren Bars an einer Bühnenkante ist das interessant. Für die Montage stehen Brackets mit M10-Befestigungsmöglichkeiten bereit. Zusätzlich sind Safety-Ösen zur Sicherung bei hängender Installation vorhanden.

Die Cameo OTOS LC12 und L16 Moving Bars | Foto: stage223.com
Die Cameo OTOS LC12 und L16 Moving Bars | Foto: stage223.com

Fazit: Welche Cameo OTOS Moving Bar eignet sich für welchen Einsatz?

Die Cameo OTOS LC12 und L16 richten sich klar an professionelle Lichtdesigner, Dry-Hire-Unternehmen und Veranstaltungstechniker, die größere Bühnen und Festivalproduktionen betreuen. Besonders die Cameo OTOS LC12 bietet interessante Möglichkeiten für dynamische Lichtdesigns. Drei oder vier Bars entlang einer Bühnenkante können bereits ausreichen, um mit den einzeln beweglichen Köpfen eindrucksvolle Lauflichter und Tilt-Effekte zu erzeugen. Auch übergreifendes Pixel Mapping und unterschiedliche Zoom-Einstellungen ermöglichen abwechslungsreiche Lichtbilder.

Die Cameo OTOS L16 konzentriert sich dagegen stärker auf lineare Effekte. Mit 9.000 Lumen, zwei unabhängigen Zoom-Segmenten und den optionalen Filtern eignet sie sich besonders für symmetrische Beam-Looks und durchgehende Lichtflächen. Beide Modelle profitieren von der gemeinsamen FX-Engine der OTOS-Serie. Dadurch lassen sich die Moving Bars mit den OTOS Wash Moving Heads kombinieren und einheitliche Effekte über die gesamte Bühne gestalten.
Allerdings bringen die umfangreichen Steuerungsmöglichkeiten auch eine Herausforderung mit sich: Je mehr Funktionen zur Verfügung stehen, desto aufwendiger kann die Programmierung werden.

Die Frage ist deshalb vor allem, wie viele dieser Möglichkeiten im Showalltag tatsächlich genutzt werden. Braucht es immer mehr DMX-Kanäle und Funktionen oder reicht für viele Produktionen auch eine einfachere Steuerung? Die Antwort darauf dürfte letztlich entscheidend sein, welches System für die eigenen Anforderungen die richtige Wahl ist.